Die Anforderungen an den Feldberg in Bezug auf das Mountainbikefahren haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Während E-Bikes das Biken in steilerem Gelände erleichtern und den Sport einem breiteren Publikum ermöglichen, erfreuen sich vermehrt auch junge Menschen der schönen Taunusnatur. Teils sind es Menschen, die es in Zeiten der Pandemie zum Spazierengehen in die Wälder zieht, doch ist in den letzten Jahren ist eine stetig wachsende Gruppe – die Downhillfahrer – zu bemerken. Auf den sogenannten Downhillstrecken und Flowtrails fahren diese durch das Gelände, springen über selbstgebaute Schanzen. In den vergangenen Monaten wurde die Kritik gegenüber Bikern laut, die auf illegalen Trails durch den Wald fahren. Um die Bedürfnisse der Biker aufzunehmen und in einen ersten Austausch zu treten, hat die Junge Union Königstein, Glashütten, Schmitten (JU KGS) am 20. Juni zu einer Online-Veranstaltung mit dem Verein Wheels Over Frankfurt (WOFFM) geladen. „Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, auf diese Weise in einen ersten Austausch zu treten und eine Gesprächsplattform zu schaffen.“, so Helen Dawson, Vorsitzende der JU KGS und Mitglied im Bau- und Umweltausschuss in Königstein. Der Verein Wheels Over Frankfurt hat sich vor 16 Jahren gegründet und setzt sich seither für die Erschließung neuer Strecken unter anderem auf dem Feldberg ein. Die Erschließung und Ausweisung des ersten Trails habe sechs Jahre gedauert, erzählt der zweite Vorsitzende von WOFFM, Alex Reincke. Zur Ausweisung eines Trails muss nicht nur mit den Kommunen gesprochen werden, sondern auch mit den zuständigen Naturschutzbehörden, den Waldbesitzern, der Denkmalschutzbehörde und dem Hochtaunuskreis. Ebenfalls muss ein Naturschutzgutachten eingeholt werden. Das bedeutet, dass ein potenzielles Gebiet ein Jahr lang beobachtet wird, um auszuschließen, dass dort keine geschützten respektive bedrohten Tier- und Pflanzenarten heimisch sind. Im weiteren Verlauf wird ein zu errichtender Trail wie ein Baugebiet behandelt, für jede Schanze muss ein eigener Bauantrag gestellt werden. „Die Streckenverlegung ist schwierig und die Kosten trägt dabei der Verein“, lacht Alex Reincke.
Zurzeit gibt es auf dem Feldberg insgesamt vier ausgewiesene Strecken. Diese wurden von Vereinen errichtet und werden von diesen gepflegt. „Keiner will dem Wald etwas Böses.“, so ein Mitdiskutant in der Runde. „Wir wissen alle, dass illegale Trails nicht gut sind. Aber vier Trails reichen schlichtweg nicht aus.“
Kritisch sei zum einen die Kennzeichnung der Wege. Für Externe sei nicht klar ersichtlich, wo die Trails beginnen und wo sie aufhören. Wheels Over Frankfurt plant hier eine entsprechende Anfangs- und Endkennzeichnung, um den Einstieg zu erleichtern. Muss ein Trail gesperrt werden, beispielsweise, weil Bäume umgekippt sind oder weil gerade eine Wildschweinfamilie dort nistet, ist dies aus den Sperrungen nicht ersichtlich, ebenfalls gibt es keine Weiterleitung, man stehe schlichtweg mitten auf dem Trail und könne nicht weiter.
Mit zugeschaltet war Didier Hufler vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Königstein. Diese setzen sich für ein ganzheitliches Radnetzwerk ein. Der Gesprächsverlauf ließ verlauten, dass Mountainbikestrecken und insbesondere die Downhill- und Flowtrailstrecken in diesem Konzept aufgehen. Die Trails enden meist an einer Straße, in Oberursel direkt an der Hohemark. Von dort müsse man auch wieder zurückkommen, entsprechende Anbindungen und gute Anschlussradwege seien hier essentiell.
Dieser erste Austausch zeigt deutlich die Bedürfnisse und Wünsche der Biker: eine bessere Kennzeichnung und Vermarktung der Trails, klare Hinweise über Gründe und Dauer etwaiger Sperrungen, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Behörden. „Was hier gefordert wird, das ist definitiv machbar.“, so Nathalie Dilger, stellvertretende Vorsitzende der JU KGS und Vorsitzende des Sozialausschusses in Schmitten und weiter: „Wir brauchen ein überregionales Konzept für den Mountainbikesport im Hochtaunuskreis und klare Ansprechpartner für die Vereine.“ Die JU KGS will den Austausch aufrechterhalten und in die kommunalen Gremien tragen. Für den Sommer planen die Nachwuchspolitikerinnen und -politiker eine Tour über die Trails. Ebenfalls wurde der Wunsch geäußert einen der illegalen Trails mit den Verantwortlichen abzugehen. „Wir wünschen uns eine Einschätzung, ob einer der illegalen Trails zwischen Fuchstanz und Falkenstein als legaler Trail ausgewiesen werden könnte, statt eine komplett neue Streckenführung auf den Weg zu bringen.“, so Dawson. Die Junge Union setzt sich zum Ziel, dass der Mountainbikesport ein Steckenpferd für den Taunus wird. Mit einer entsprechenden Freizeitkarte, überregionalen Zuständigkeiten und klar ausgewiesenen Trails, kann das Downhill- und Flowtrailfahren zum Tourismusmagneten der Region werden – wohlgemerkt unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse: Naturschutz, Artenschutz und der friedliche Umgang mit anderen Waldbesucherinnen und -besuchern.“, so Nathalie Dilger. Künftig wird angestrebt, einen runden Tisch zu etablieren, an dem Vertreter aller Beteiligten die Planung und Problemlösung zur Verbesserung des Bikesports im Taunus angehen.

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